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Zaha Hadid – Ein Nachruf von Robert Schütz (bautalk)

//Zaha Hadid – Ein Nachruf von Robert Schütz (bautalk)

Zaha Hadid – Ein Nachruf von Robert Schütz (bautalk)

Zaha Hadid – Ein Nachruf von Robert Schütz

Sie gehörte zu den bedeutendsten Architektinnen unserer Zeit: Zaha Hadid. Am 31. März 2016 ist die grossartige Baumeisterin überraschend im Alter von 65 Jahren in Miami verstorben. Schon zu Lebzeiten hat sie sich mit ihren Bauwerken zahlreiche Denkmäler gesetzt. Auch in der Schweiz finden sich Spuren dieser unvergesslichen Persönlichkeit. Zeitlebens war sie stets eine Pendlerin zwischen den Welten und hat sich doch in den Geschichtsbüchern der Architektur ihren festen Platz gesichert. Bereits der Lebenslauf der Künstlerin, die auch aufgrund ihrer organischen Formensprache bekannt war, ist alles andere als linear. Geboren im Iran, in einer islamischen Welt, aufgewachsen in einem westlich geprägten Elternhaus, besuchte sie zeitweise eine von katholischen Nonnen geleitete Klosterschule. Später studierte sie unter anderem Mathematik an der American University of Beirut und zog dann anschliessend endgültig nach London. Hier begann schnell ihr unglaublicher Aufstieg in die erste Liga der Architektur. Vielleicht ist es sogar ihre mathematische, rationale Denkweise, welche sie zu den Entwürfen inspirierte, von denen einige an ein dreidimensionales Funktionsgebirge erinnern. Anfänglich wurden ihre futuristischen Visionen nur selten realisiert. Zu kompliziert, zu kostenintensiv, lautetete das Urteil all zu oft.

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Der Durchbruch gelang ihr schliesslich unweit der Schweizer Grenze mit dem Feuerwehrhaus in Weil, welches heute Teil des Vitra-Design-Campus ist. Noch immer pilgern Architekturbegeisterte aus aller Welt an den Rhein, um diese aussergewöhnliche Arbeit zu bestaunen.

In Küsnacht am Zürichsee plante sie die absolute Super-Villa 

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In der Schweiz machte die Hadid von sich reden, als sie eine Super-Villa in Küsnacht am Zürichsee plante, welche dann letztendlich nicht realisiert wurde. Zu teuer, nicht markttauglich, lautete das sachliche Urteil der Immobilienexperten. Zaha Hadid musste das wenig kümmern, wie der schnöde Mammon über ihre aussergewöhnliche Formensprache urteilt. Unendlich waren die Anfragen bekannter Bauherren aus aller Welt, und entsprechend gross ist die Liste der realisierten Arbeiten. Die Hadid blieb ihren Prinzipien treu und allein dafür gebührt ihr ein Denkmal. Eine ihrer letzten grossen Auftragsarbeiten wurde 2015 in den italienischen Alpen in Tirol errichtet. Das von Reinhold Messner in Auftrag gegebene Bergsteigermuseum Hier haben die renommierte Architektin und der bekannte Extrembergsteiger gemeinsam auf dem Kranzplatz ein Projekt realisiert, dass wieder einmal international für Aufsehen sorgte. Mit dieser Arbeit hat sie einmal mehr sprichwörtlich den Gipfel der Architektur erreicht. Zaha Hadid wird durch ihr Schaffen für uns alle unvergesslich bleiben.

2018-12-15T21:31:50+00:00