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Schöne neue Bauwelt. Oder: Die neue digitale Bauwelt, Fluch oder Segen?

//Schöne neue Bauwelt. Oder: Die neue digitale Bauwelt, Fluch oder Segen?

Schöne neue Bauwelt. Oder: Die neue digitale Bauwelt, Fluch oder Segen?

«Brave New World» (Deutsch: «Schöne neue Welt») des britischen Schriftstellers Aldous Huxley erschien 1932 und beschreibt eine dystopische Gesellschaft im Jahr 2540 n. Chr. Der Roman gilt – neben George Orwells «1984» – als Musterbeispiel für die literarische Beschreibung einer totalitären Diktatur.«Utopien erscheinen realisierbarer als je zuvor …», so beginnt Aldous Huxley seinen Roman «Schöne neue Welt». In der Bau industrie setzt sich dieser Trend aktuell fort.

von Robert Schütz ( bautalk)

Als Henry Ford das Fliessband einführte, gehörte er ganz sicher zu den Visionären. Niemand wollte glauben, dass man die Herstellung von komplexen Werken oder Produkten in monotone Handgriffe zerle-gen kann. Doch das war nur der Anfang der fortschreitenden Industrialisierung und Automatisierung, die schliesslich in der mathematisch kompensierten Refa-Zeit-gleichung und im Taylorismus gipfelte. Huxely nannte dieses Phänomen in seinem Roman «Fordismus» – in Anlehnung an den Pionier der Automobilindustrie. Ford sei Dank, so die zynische Reaktion Huxleys auf die drohende gesellschaftliche Entwicklung, die er in seinem unheimlichen Roman fortführte. Doch prophezeite Huxley damals, im Jahr 1932, ein überzeichnetes Szenario für das Jahr 2540.

 

indexWie sieht es heute mit der Wirklichkeit aus?Wenn aus der Vision Realität wirdNoch ist die Baustelle eine der letzten Bas-tionen der Handwerkskunst. Das könnte sich ändern, wenn Roboter den Takt vorge-ben. Fragt man die Protagonisten der Bau-industrie, so ist man absolut auf Zukunft programmiert: Der Holzbauer Erne ver-kündet exemplarisch: «Zurzeit versuchen wir genau jene Arbeitsabläufe in der Pla-nung sowie in der Produktion und Mon-Schöne neue Bauwelttage zu ‹automatisieren›, die viel Zeit be-nötigen, aber eigentlich reine Fleiss arbeit darstellen.» Die Entwicklung beziehungs-wiese die Digitalisierung der Bauindu strie schreitet also sukzessive voran. Das ist die Realität, und aufhalten lässt sich dieser Prozess nicht. Früher oder später wird ge-macht, was machbar ist. Was durchaus vor-teilhaft sein kann. Das eigene Automobil beispielsweise wurde für Durchschnitts-verdiener erst durch die Massenfertigung Wirklichkeit. Ford sei Dank. Auch die digitale Planungsmethode BIM sowie neueste innovative Produk-tionstechniken schaffen schon jetzt völ-lig neue Möglichkeiten der Gestaltung, die gleichzeitig schneller und günsti-ger realisierbar sind. Vielleicht wird so anspruchsvolles Wohnen in komplexer Architektur schon bald für jedermann erschwinglich. Das wäre ein echter Fort-schritt, und die Chancen dafür stehen sehr gut. Denn positive Utopien erschei-nen realisierbarer als je zuvor. Willkom-men in der schönen neuen Bauwelt. ●

2019-06-04T00:07:24+00:00